Industriearmaturen sind kritische Steuerungskomponenten in Flüssigkeitsfördersystemen, wobei verschiedene Klassifizierungsmethoden hauptsächlich auf Funktion, Druck, Temperatur und Betätigungsmethoden basieren. Im Folgenden werden gängige Klassifizierungsansätze und typische Armaturentypen aufgeführt:
Klassifizierung nach Funktion
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Absperrventile: Dienen zum Verbinden oder Blockieren des Medienflusses, wie z. B. Schieber, Ventile, Kugelhähne, Klappen und Kükenhähne.
Beispielprodukte:- Pneumatisches manuelles Schieberventil (DN150, Flanschanschluss, geeignet für die hydraulische Steuerung von Rohrleitungen)
- Kugelhahn aus Edelstahl mit Flansch (DN125, Weichdichtung, für die Durchflusstrennung)
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Rückschlagventile: Verhindern den Rückfluss von Medien, wie z. B. Heberückschlagventile und Schwungrad-Rückschlagventile.
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Regelventile: Regulieren den Mediendruck und -fluss, wie z. B. Druckminderventile und Drosselventile.
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Sicherheitsventile: Bieten Überdruckschutz durch Ableiten überschüssiger Medien.
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Umlenkventile: Verteilen oder mischen Medien, wie z. B. Dreiwege-Kükenhähne und Kondensatableiter.
Klassifizierung nach Nenndruck
- Niederdruckventile: PN ≤1,6 MPa
- Mitteldruckventile: PN 2,5–6,4 MPa
- Hochdruckventile: PN 10–80 MPa
- Ultrahochdruckventile: PN ≥100 MPa.
Klassifizierung nach Betriebstemperatur
- Hochtemperaturventile: t >450°C (erfordern Spezialmaterialien wie Chrom-Molybdän-Vanadium-Stahl, mit verlängerten Hauben und Schweißverfahren für Dichtungsringe)
- Mitteltemperaturventile: 120°C ≤ t ≤450°C
- Normaltemperaturventile: -40°C ≤ t ≤120°C
- Tieftemperaturventile: -100°C ≤ t ≤-40°C
- Ultra-Tieftemperaturventile: t <-100°C.
Klassifizierung nach Betätigungsmethode
- Manuelle Ventile: Wie z. B. manuelle Kugelhähne und steigende Spindel-Weichdichtungs-Schieber
- Leistungsbetätigte Ventile: Einschließlich elektrischer, pneumatischer und hydraulischer Typen, wie z. B. pneumatische Ein-Aus-Absperrventile.
Andere Klassifizierungsmethoden
- Nach Anschlussart: Geflanscht, geschweißt oder mit Klemmverbindungen.
- Nach Nennweite: Klein (DN<40 mm), mittel (DN50–300 mm) und groß (DN≥350 mm).
Die obigen Klassifizierungen bieten einen grundlegenden Rahmen für Industriearmaturen. Die tatsächliche Auswahl sollte auf den spezifischen Arbeitsbedingungen basieren (z. B. Medieneigenschaften, Druck- und Temperaturanforderungen).
Gängige Ventilmaterialien
Industriearmaturenmaterialien variieren stark, und die Auswahl des geeigneten Materials ist entscheidend, basierend auf dem Arbeitsmedium, der Temperatur und den Druckbedingungen. Im Folgenden werden gängige Ventilmaterialien und ihre Eigenschaften aufgeführt:
Gängige Gehäusematerialien
- Grauguss
- Geeignet für Nenndrücke PN ≤1,0 MPa und Temperaturen von -10°C bis 200°C in Wasser, Dampf, Luft und anderen Medien.
- Geringe Kosten, aber geringere Zugfestigkeit und mäßige Temperaturbeständigkeit (empfohlen unter 200°C).
- Temperguss
- Geeignet für PN ≤2,5 MPa und Temperaturen von -30°C bis 300°C in Wasser, Dampf und Ölmedien.
- Bessere Festigkeit und Zähigkeit als Grauguss, mit guter Verschleißfestigkeit.
- Duktiles Eisen (Gusseisen mit Kugelgraphit)
- Geeignet für PN ≤4,0 MPa und Temperaturen von -30°C bis 350°C in Wasser, Dampf und Öl.
- Mechanische Eigenschaften nähern sich denen von Stahl, mit hoher Zugfestigkeit und Zähigkeit.
- Kohlenstoffstahl (z. B. WCB)
- Geeignet für PN ≤32,0 MPa und Temperaturen von -30°C bis 425°C in Hochdruckumgebungen, wie z. B. Erdöl und Dampf.
- Gute Gesamtleistung, mit starker Druck- und Schlagfestigkeit.
- Edelstahl
- Austenitischer Edelstahl (z. B. 304/316): Ausgezeichnete Korrosionsbeständigkeit. 304 ist für allgemeine Umgebungen geeignet, während 316 für chloridhaltige korrosive Medien geeignet ist.
- Weit verbreitet in der chemischen und Lebensmittelindustrie.
- Kupferlegierungen
- Geeignet für PN ≤2,5 MPa in Wasser, Meerwasser, Sauerstoff und anderen Medien, mit Temperaturen von -40°C bis 250°C.
- Tieftemperaturstahl
- Geeignet für PN ≤6,4 MPa und Temperaturen ≥-196°C in Flüssigerdgas, Flüssigstickstoff und anderen kryogenen Anwendungen.
- Kunststoffe / gummierte Auskleidung / PTFE-Auskleidung
- Gute Korrosionsbeständigkeit, geeignet für Niederdruck-, Niedertemperatur- oder stark korrosive Medien.
Dichtungs- und Packungsmaterialien
- Dichtflächen: Müssen korrosions- und verschleißfest sein, üblicherweise aus PTFE (Teflon) oder Metallen (z. B. 1Cr13, 1Cr18Ni9).
- Packung: Typischerweise PTFE oder Asbestschnur, ausgewählt basierend auf Medium, Temperatur und Druck.
Wichtige Auswahlüberlegungen
- Medieneigenschaften: Für korrosive Medien Edelstahl (z. B. 316L) oder beschichtete Ventile bevorzugen.
- Temperatur & Druck: Hochtemperatur- und Hochdruckumgebungen erfordern Kohlenstoff- oder legierten Stahl, während kryogene Anwendungen Tieftemperaturstahl benötigen.
- Wirtschaftlichkeit: Unter rauen Bedingungen können hochkorrosionsbeständige Materialien (z. B. 316) wirtschaftlicher sein.
Für weitere Details zu bestimmten Materialien (z. B. Unterschiede zwischen 304 und 316 Edelstahl) oder Dichtungsmaterialien, siehe die folgenden Ressourcen:
- Auswahlleitfaden für Edelstahlventile (Video-Tutorial)
- Detaillierte Erläuterung der Ventilmaterialien und Temperaturbeziehungen (Technischer Artikel)

